Pforzheimer "Schutzengel"

Pforzheimer „Schutzengel“ zu Besuch am Gymnasium Neuenbürg

„Leute, gurtet euch an! Haltet Euch an die Geschwindigkeit! Finger weg von Alkohol und Drogen und lasst euch beim Fahren nicht ablenken“, so resümierte Andreas Stäble, Leiter des Projekts „Schutzengel Pforzheim-Enzkreis“ seine Botschaft an die Schüler der Oberstufe am Neuenbürger Gymnasium. Am vergangenen Mittwoch hatten Stäble und sein Kollege Thomas Nonnenmann rund 400 Schüler in insgesamt drei Informationsveranstaltungen über das Erfolgsprojekt, das im Oktober 2009 mit dem Landesverkehrspräventionspreis Baden-Württemberg ausgezeichnet wurde, aufgeklärt. In eindrucksvollen Bildern und inszenierten Kurzfilmen führten sie den Schülern vor Augen, wie schnell ein folgenschwerer Unfall passieren kann: ein Blick aufs Handy, Imponiergehabe, überhöhte Geschwindigkeit, zu viel Alkohol im Blut und Vieles mehr. Die gezielt eingesetzten brutalen Szenarien schockierten die Schüler und stimmten manch einen unter ihnen sehr nachdenklich.

Es war genau so ein Unfall mit tödlichen Folgen, der Anfang 2008 den Startschuss für das Pforzheimer Projekt geliefert hatte. Der ursprünglich aus Dänemark stammende Gedanke, junge Menschen dafür zu gewinnen, sich für mehr Verkehrssicherheit und Zivilcourage einzusetzen, hatte damals seinen Weg in die Goldstadt gefunden. Im Gegensatz zu anderen Städten sei das Pforzheimer Konzept jedoch weitaus ausgefeilter, wie Stäble betonte. Hier setze man darauf, Jugendliche zwischen 16 und 24 Jahren in eigenen Workshops zu sogenannten „Schutzengeln“ auszubilden. In diesen Trainings vermittelten ausgebildete Pädagogen den jungen Leuten ein Basiswissen zu Bereichen wie Alkohol, Drogen, Gewalt bei Jugendlichen oder Unfallgefahren und sie gäben ihnen notwendige Handlungshilfen an die Hand. Im Rahmen der Informationsveranstaltungen erläuterten Stäble und Nonnenmann den Schülern die Aufgaben eines Schutzengels und sie zeigten ihnen auch die vielfältigen Vorteile auf, die mit diesem sozialen Engagement einhergingen: kostenlose Erste-Hilfe-Kurse, Fahrsicherheits- und Bewerbertrainings oder auch vielfältige Vorteile und Rabatte bei zahlreichen Partnern des Projekts.

Speziell für die Schüler des Gymnasiums Neuenbürg werden nun am 2. und am 10. Februar zwei Basisworkshops für jeweils 25 Leute in den Räumen der Polizeidienststelle Neuenbürg angeboten. Dank der überwältigenden Resonanz bei den Jugendlichen waren diese innerhalb weniger Tage ausgebucht. Stäble sagte den Schülern zu, weitere Workshops in Neuenbürg zu organisieren, damit alle Interessierten auch einen Platz bekommen könnten.

„Wir brauchen Eure Hilfe, damit solche Unfälle nicht mehr passieren!“ lautete das Schlusswort des engagierten Projektleiters.

Im Rahmen des Sozialcurriculums soll die Kooperation zwischen dem Projekt „Schutzengel“ und dem Gymnasium Neuenbürg auch in den kommenden Jahren fortgeführt werden.

(Jelka Schwark)