Exkursion nach Dachau

Besuch der KZ-Gedenkstätte Dachau

Am 04. März 2015 besuchten wir, die Klassenstufe 9 des Gymnasiums Neuenbürg, die KZ-Gedenkstätte bei Dachau.  Heinrich Himmler ließ 1933 auf dem ehemaligen Gelände einer Munitionsfabrik das Arbeitslager errichten, welches bereits am 22.03. desselben Jahres eröffnet wurde. Erste Häftlinge waren politische Gegner wie Kommunisten und Mitglieder der SPD, welche zum Nationalsozialistischen umerzogen werden sollten.

Zunächst fanden wir uns auf dem Appellplatz wieder. Als das Lager in Betrieb war, versammelten sich dort alle Häftlinge täglich um 6:30 Uhr, um durchgezählt zu werden und ihre Arbeitskommandos zu erhalten.  Oft mussten die Häftlinge hier Stunden lang und bei jedem Wetter stehen, so war es kein Wunder, dass viele der meist kläglich Unterernährten schon am frühen Morgen die Kraft verloren. Als nächstes besichtigten wir eine der Baracken in der die Häftlinge schlafen mussten. Unsere zuvor noch recht heitere Stimmung wurde allmählich nachdenklicher.

Dreistöckige Betten für ursprünglich 54 Personen waren dort auf fünf Schlafräume verteilt. Die anfangs 10 Baracken wurden jedoch zu Hochzeiten des KZs schnell auf 30 aufgerüstet, in welchen am Ende nichtmehr nur je 54, sondern über 200 (!) Häftlinge untergebracht wurden. So stieg die Anzahl der Inhaftierten mit den Jahren von 6 000 auf ca. 60 000 an und Seuchen und Epidemien waren somit vorprogrammiert.

 

Neben den Baracken gab es dann auch noch den sogenannten Bunker. Dort wurden entweder „Sonderhäftlinge“ untergebracht (z.B. Priester) oder es wurden Sonderstrafen an ungehorsamen Häftlingen unter-nommen. Eine Methode war zum Bespiel die Stehzelle, in der der Gefangene nur eine Fläche von 70cman Platz hatten, sich also weder setzen noch auf sonstige Art entlasten konnten. Eine Strafe in der Stehzelle dauerte bis zu 72 Stunden an.

Am anderen Ende des Lagers konnten wir das Krematorium besichtigen. Es gibt ein „altes Krematorium“, also das ursprüngliche, und ein „neues“, welches gebaut worden war als die Anzahl der Häftlinge zu stark angestiegen war. Insgesamt gab es 5 Öfen, 2 im Alten und 3 im Neuen, welche Tag und Nacht brannten. Nach einem "erfolgreichen" Arbeitstag brachte man fünf bis zehn Schubkarren voller Leichen zum Krematorium. Die Häftlinge mussten täglich schwere körperliche Arbeiten verrichten und bei ihrer starken Unterernährung wundert man sich kaum über diese große Anzahl.

Der Raum neben den Öfen trug die Aufschrift "Brausebad", doch hinter der angeblichen Dusche verbarg sich eine Gaskammer, welche 1942 errichtet worden war. Angeblich gab es in dieser Kammer aber keine Massenvergiftungen von Häftlingen,  diejenigen, die diesen grausamen Tod sterben mussten, wurden jedoch mit Blausäure oder Kohlenstoffmonoxid ums Leben gebracht.

Zu leiden hatten die Häftlinge insbesondere unter der Schikane der Wachmänner und sogenannten „Kapos“, meist Blockälteste. Den Wachmännern wurde von ihren Vorgesetzten eingeimpft die Häftlinge nicht als Menschen zu betrachten und das taten sie. Sie ließen ihren kompletten Sadismus an den Häftlingen aus, Sauberkeit und Ordnung waren meist nur Mittel zum Zweck, ein Vorwand um sie weiter quälen zu können, selbst wenn die Häftlinge eigentlich nicht ungehorsam waren.

Am Ende der Besichtigung waren dann auch die lautesten Schüler unter uns ruhig und nachdenklich geworden, denn egal wie ausführlich dieser Stoff im Unterricht besprochen wird, so eindrücklich wie direkt am ehemaligen Ort des Geschehens kann dieses Thema wohl kein Lehrer unterrichten.

Kim Hillius und Alicia Küper, 9b