Theaterwerkstatt

Theater AG bringt „Sommernachtstraum“ auf die Bühne

Derbe Handwerker, feine Elfen und empfindsame Liebespaare – es war eine „bunte Mischung“, die am 4. und 5. Juli 2013 die Bühne des Theaterkellers unserer Schule bevölkerte. Shakespeares Komödie „Ein Sommernachtstraum“ stand auf dem Programm.  Die Schülerinnen und Schüler der Theater AG hatten lange auf diese beiden Abende hingearbeitet. Der Text mit seinem ungewöhnlichen Wortschatz (von „Knotenzwerg“ bis „Kirschenküssekosemund“) hatte sich eingeprägt, Mimik und Gestik, Gang und Tonfall der Figur hatten Gestalt angenommen. Und so gelang es den 21 Akteuren aus den Klassen 7 bis 10 das Publikum für eine Stunde in eine Sommernacht zu versetzen, in der es nicht mit rechten Dingen zuging. Liebe verkehrte sich in Hass, Mitleid in Eifersucht – und dies, weil im Hintergrund ein unermüdlicher Troll namens Puck für so manche Überraschung sorgte. Dieser konnte dann auch das glückliche Ende einleiten: „Jeder Hengst kriegt seine Stute – alles Gute!“

Die effektvolle musikalische Untermalung hatte Nabil Yousfi komponiert, Kulissenelemente waren unter Anleitung von Johannes Kessler-Spahl entstanden. Barbara Schweiger und Cynthia Lechner „in der Maske“ brachten die Gesichter in die passende Fasson, das Technik-Team (Simon Leitl, Tim und Marc Retzlaff, Janek Schlittenhardt) sorgte für den richtigen Einsatz von Licht und Ton. Am Ende gab es viel Applaus für eine gelungene Aufführung! – Liebe Schauspieltruppe, mir hat es viel Freude bereitet, mit euch dieses Stück zu entwickeln und euch an diesen Abenden zuzuschauen! Und die After-Party, liebes Technik-Team, war ein echter „Kracher“! • Roland Friedrich 

 

Schuljahr 2012/2013

Roland Friedrich leitet die Theater-AG Kl. 6-12

Dr. Huber führt mit den Schülern der Kl. 5 ein Theaterprojekt

in Kooperation mit dem Theater im Schloss e.V. durch

Schuljahr 2011/2012

Aufführung des "Eingebildeten Kranken" in Kooperation

mit dem "Theater im Schloss e.V." im Gewölbekeller des

Schlosses Neuenbürg

2011: AUF DER SUCHE NACH DEM VERLORENEN SCHWERPUNKT

(Ein Kleistprojekt)

Im Schuljahr 2010/2011 erarbeitet die Theater-AG zusammen mit dem "Theater im Schloss"

ein Theaterprojekt zum 200. TodestagHeinrichs von Kleist. In einer bunten Szenenfolge

mit Ausschnitten aus Dramen, Erzählungen und Briefen gestalten wir die wesentlichen

Stationen aus dem Leben und Denken dieses größten deutschen Dramatikers.

(Aufführungen am 16. April 19:00 und 17. April 16:00 im Theaterraum des Gymnasiums

Platzreservierung dringend empfohlen: Tel. 07082/793477)

DAS KALTE HERZ

Am 26./27.02.2011 führte die Theater-AG im Schloss ihre erfolgreiche Neufassung des

"Kalten Herzen" auf .

Die Theaterwerkstatt verbindet die unterschiedlichsten Kunstgattungen (darstellendes Spiel – Tanz – Film – Musik), verknüpft unmittelbare sinnliche Erfahrung mit kritischem Nachdenken, körperbetontes Spiel mit multimedialen Experimenten. Sie verwandelt so die Schule in einen Spiel-Raum, in dem die Mitwirkenden sich ganzheitlich erfahren können.

2006 ging die Theaterwerkstatt neue Wege. Sie organisierte für das Ende des Schuljahrs ein Theaterfest, das die Bedeutung des gestaltenden Spiels für das Schulleben eindrucksvoll unter Beweis stellte.
Eine modernisierte Fassung der alten Fabel „Die zwei Böcke“ brachte die Klasse 6c (Hr. Friedrich) auf die Bühne. Bockig waren die Schüler/-innen dabei ganz und gar nicht, mit viel Begeisterung brachte sich jeder ein: nicht nur im Schauspiel, auch bei Musik, Maske, Lichteffekten, Programmheft und Werbung. So kam in der Kürze der Zeit ein stimmungsvolles Stück auf die Bühne, das nebenbei natürlich auch eine „fabelhafte“ Moral verkündete: „Wer vorwärts kommen will, der muss auch mal zur Seite treten.“
„Keiner kennt mehr 'ne Ballade – schade!“ Unter diesem Motto führte die Klasse 7a unter Leitung von Herrn Robisch berühmte Balladen von F. Schiller auf. „Der Taucher“, „Die Bürgschaft“, „Der Handschuh“ und eine Parodie der „Glocke“ wurden von den Schülern selbständig inszeniert und leidenschaftlich geprobt, sodass die Zuschauer am guten Ende nur sagen konnten: „So 'ne Ballade ist nicht fade!“
Die Klasse 6d lud die Zuschauer zu einem Gastmahl bei der Zauberin Kirke ein. Von den Schülern unter der Anleitung ihres Chefkochs G. Merz selbst zubereitet und mit aktuellen Anspielungen (Fußball WM) gewürzt, konnten die Zuschauer diese kulinarische Odyssee ohne Reue genießen.
Frau Kröger schickte die Schüler der Klasse 7 c auf die Suche nach dem „Hemd eines glücklichen Menschen“, um den kranken Kalifen zu heilen. Dieses Hemd konnten sie zwar bei ihrem Flug durch die ganze Welt nicht finden, da der einzige aufzutreibende glückliche Mensch kein Hemd besaß; dafür aber fanden sie ihr Glück als schauspielernde Truppe. Denn sowohl das Schreiben der Dialoge als auch das Einüben der Szenen und natürlich auch der Applaus der Zuschauer bereiteten ihnen große Freude.
Die Klassenstufe 12 zeigte eine eigenwillige Performance, die in stilisierten Bewegungsabläufen die Schwierigkeiten menschlicher Begegnungen gestaltete.
Den Abschluss bildete – eine Premiere am Gymnasium – die in französischer Sprache gespielte Szenenfolge aus dem „Kleinen Prinzen“ von St. Exupéry. In der Inszenierung von Dr. Huber gelang es den Schülerinnen der 11 c durch ihr bewegendes Spiel, den tieferen Sinn der Reise des Prinzen durchs Weltall auch den sprachlich nicht vorgebildeten Zuschauern unmittelbar mitzuteilen.
Dass bei allen Veranstaltungen der kleine Theaterraum unter dem Zuschaueransturm aus den Nähten zu platzen drohte, ermutigt uns, auf eine Verbesserung der Raumsituation hinzuarbeiten: Das Gymnasium darf auch räumlich sein eindrucksvolles kulturelles Profil zeigen!

Zum Abschluss ihrer schulischen Laufbahn wagten Schüler der Jahrgangsstufe 13 mit ihrem Kurslehrer Dr. Huber Schillers Trauerspiel „Kabale und Liebe“ auf die Bühne zu bringen. Das von manchen anfangs skeptisch beurteilte Projekt ließ alle Beteiligten durch das Fegefeuer der Probenarbeit hindurch eine Inszenierung vorstellen, die den Sinn der Auseinandersetzung mit Literatur Spieler wie Zuschauer hautnah erleben ließ – Theater als eine ganzheitliche Therapie gegen die schizoide Erkrankung einer Gesellschaft, die einseitig dem Kopf- oder Lust- (Spaß-)Prinzip huldigt und damit den ganzen Menschen unheilbar zu spalten droht. Ein besonderes Erlebnis war es, sehen zu dürfen, wie die beim bloßen Lesen dem heutigen Jugendlichen kaum zugängliche Sprache Schillers durch das überzeugende Spiel sich den Zuschauern unmittelbar mitteilte und Schüler der 9. und 10. Klasse die Aufführung gebannt verfolgen ließ.

Im kommenden Schuljahr wird die von Dr. Huber ehrenamtlich geleitete Theater-AG im Schloss Neuenbürg Heinrich von Kleists „Käthchen von Heilbronn“ aufführen – ein „großes Ritterschauspiel“ Schauspiel um Liebe, Gewalt und die Macht der Träume.

Chronik der Theaterwerkstatt

2010

2009

Hauff/Huber: Das Kalte Herz

Euripides: Die Bakchen

2008 F. Schiller: Die Räuber
2007 G. Büchner: Woyzeck
2006 F. Schiller: Kabale und Liebe
2005 T. Dorst: Grindkopf
2004 Eigenproduktion: Blaubart-Phantasien
2003 Eigenproduktion: Die Reise nach Jerusalem
2003 J. W. v. Goethe: Faust II – Schlachten – Bergschluchten (s.o.)
2002 J. W. v. Goethe: Faust II – Das Helena-Projekt (s.o.)
2001 J. W. v. Goethe: Faust II – Am Kaiserhof (Kooperation mit dem Theater im Schloss)
2000 G. Büchner: Leonce und Lena
1999 J. W. v. Goethe: Faust I
1998 E. Barlach: Der Arme Vetter (Kooperation mit dem Theater im Schloss)
1998 W. Shakespeare: Ein Sommernnachtstraum
1997 T. Dorst: Merlin (Kooperation mit dem Theater im Schloss)
1996 M. Frisch: Die Chinesische Mauer
1995 G. Reinshagen: Die Feuerblume
1994 B. Brecht: Die Dreigroschenoper (Regie: H. Lotz, Musik: H. Dörpholz)
1992 Eigenproduktion: Von einem, der auszog…
1991 G. Büchner: Dantons Tod
1990 F. Dürrenmatt: Ein Engel kommt nach Babylon
1989 Ein Barock-Projekt: Der Ursprung des Trauerspiels aus der Öffnung der Angst
1987 Marivaux: Die Insel der Sklaven (Schloss Neuenbürg und Landespavillon Stuttgart)
1986 Michael Huber: Märchenverwünschung (Schloss Neuenbürg)
1984 G. Büchner: Leonce und Lena (Aufführung im Stadttheater Pforzheim)
1983 Ein Kleist-Projekt: Auf der Suche nach dem verlorenen Schwerpunkt
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